Farbe und Oxidation

Farbliche Veränderung ist bei Hölzern eine natürliche und unvermeidbare Tatsache. Es ist das Ergebnis der Wechselbeziehung zwischen dem Holz auf der einen Seite und den Elementen Luft und Licht auf der anderen Seite.

 

Die Farbe des Holzes hängt nicht nur von der Farbe der Holzfasern ab, die bei allen Holzarten einen weiß-gelblichen Farbton haben, sondern auch von einigen Substanzen, die zwar nicht zur Faserstruktur gehören, sich aber in ihr befinden, die sogenannten Kerninhaltsstoffe. Wenn diese Stoffe farblos sind, hat das Holz ebenfalls einen weiß-gelblichen Farbton; ansonsten entspricht der Farbton demjenigen der Kerninhaltsstoffe, oder wird zumindestens stark davon beeinflußt.

 

Die Farbe des Holzes ist ein Merkmal, das sich mit der Zeit ändert: Luft- und Lichteinflüsse bewirken farbliche Veränderungen der Fasern und der in ihnen enthaltenen Substanzen. In der Regel erfolgt eine photo-chemische Oxidationsreaktion, ausgelöst vor allem durch die UV-Strahlen des Tageslichts. Je mehr Kerninhaltsstoffe im Holz vorkommen, desto intensiver ist die Veränderung der Farbe.

 

Aufgrund ihres hohen Kerninhaltsstoffgehalts sind Tropenhölzer besonders anfällig für farbliche Veränderungen, die meistens ins Dunkelbraune tendieren. Iroko und Doussié gehören zu den Holzarten, deren Farbtönung in dieser Hinsicht am ausgeprägtesten ist. Besonders bei Doussié können in manchen Fällen lokalisierte Phänomene einer starken und rapiden Oxidation auftreten.

 

Auch die aus gemäßigten Klimazonen stammenden Holzarten, wie die europäischen Hölzer, unterliegen dieser Art von Reaktion. Sie zeigen aber aufgrund der unterschiedlichen Qualität und Quantität der Kerninhaltsstoffe weitaus geringer ausgeprägte farbliche Veränderungen. Ein großteil dieser Holzarten, wie Eiche, Buche, Ahorn, Esche und Kirsche, neigen vielmehr dazu, mit der Zeit einen wärmeren Ton zu bekommen.